Videos im Onlinemarketing. Was für Möglichkeiten gibt es und auf was Sie achten sollten. 

Wenn Sie die klassischen Online Marketingtools wie Newsletter, Whitepaper, Blog, Google AdWords und weiteres bereits abdecken und nach etwas Neuem suchen, bietet sich das Video an.

Vor allem im B2B Marketing ist das Video eine gute Alternative oder Ergänzung zum Blog oder dem Whitepaper.

Grössere Firmen betreiben oft schon heute einen eigenen YouTube-Kanal, aber auch KMU spielen immer mehr mit dem Gedanken eigenen Videos produzieren zu lassen. Doch wann und für wen macht Video Sinn? Und welche Effekte werden damit beim Zielpublikum erzielt? Und soll das Video auf der Webseite eingebunden werden oder nur im YouTube-Channel laufen? In diesem Blog finden Sie Antworten auf diese Fragen.

Aus Sicht des Online Marketings macht das Einbinden eines Videos auf der Webseite grundsätzlich immer Sinn, denn damit werden zwei positive Effekte ausgelöst:

–  Die Verweildauer auf der Webseite steigt
–  Die Absprungrate sinkt

Dies hat einen direkten Einfluss auf die Kosten die für einen Klick bei GoogleAdwords bezahlt werden müssen, denn der Quality Score der Seite steigt.

Im Business Bereich unterscheiden wir drei Arten von Videos:

  • Das Tutorial / eine Gebrauchsanleitung für Ihr Produkt
  • Den Produktfilm – Hier zeigen Sie Ihr Produkt von der besten Seite
  • Der Imagefilm (Unternehmensfilm) – Stellen Sie Ihre Firma und Mitarbeiter vor.

 

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Der Autor bei den Dreharbeiten für einen Dokumentarfilm.


Das Tutorial Video

Der Shooting Star im Bereich der kommerziellen Videos. Das Tutorial-Video ist auf dem Vormarsch wie kein anderes. Haben nicht auch Sie schon auf YouTube eine nützliche Gebrauchsanweisung gefunden? Oftmals findet man im Tutorial Video in 5 Sekunden wofür man sonst 3 Minuten im Handbuch nachlesen müsste, nachdem man das Handbuch 10 Minuten lang gesucht hat. Deshalb eignet es sich hervorragend für gewisse Produkte.

Aus Analysen wissen wir, dass das Tutorial von den hier vorgestellten Video-Formaten für Geschäfte die längste Betrachtungsdauer und auch die grösste Reichweite erzielt. Gibt es zu einem Produkt normalerweise ein Produktfilm, so kann es für dieses Produkt durchaus mehrere Tutorials geben, was sich natürlich auch auf die Reichweite auswirkt.

Natürlich wird ein Tutorial-Video vor allem von bereits bestehenden Kunden gesucht, welche das Produkt besitzen und schauen wollen wie man es korrekt anwendet. Doch es ist keineswegs nur eine After-Sales Massnahme. Viele potentielle Kunden wollen wissen wie einfach oder kompliziert ein Produkt in der Handhabung ist und schauen sich deshalb auch Tutorial-Videos an. Kommen sie überzeugend daher und stimmt das Produkt haben Sie vielleicht bald einen neuen Kunden gewonnen dank einem Tutorial.

Der Produktfilm – der bewegte Prospekt

Beim Produktfilm sollte man sich an die klassische Werbeformel AIDA halten. Wecken Sie Interesse für das Produkt und vermitteln Sie Informationen. Ein gutes Produktvideo hat auch einen gewissen Spannungsbogen, welcher auch mit Unterstützung der visuellen Technik und der Musik erreicht werden kann.

Der Produktfilm hilft Ihnen den Bekanntheitsgrad zu erhöhen, Produktwissen zu vermitteln und einen Call-to-Action zu kommunizieren.

Achten Sie beim Produktvideo auf gute technische Qualität des Filmmaterials. Dadurch vermitteln Sie Qualität und Exklusivität.

 

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Der Imagefilm oder Unternehmensfilm

Der Imagefilm ist der Klassiker unter den Firmenvideos und auch deshalb leider etwas abgelutscht. Hier geht es mehr um Emotionen als um Information. Man möchte  ein Markenerlebnis schaffen und den Zuschauer emotional berühren. Die Marketingziele eines Imagefilmes sind klar bei der Markenpositionierung, Image und Markenerlebnis.

Durch die digitale Revolution hat der Imagefilm in den letzten Jahren eine wahrliche Blütezeit durchlebt. Sie finden fast keine Schreiner- oder Küchenbau-Webseite mehr ohne Imagefilm. Leider. Denn der Boom wurde beflügelt durch aus meiner Sicht recht unseriösen Anbietern (Siehe Kritik z.B. Astramedia) welche sehr aggressives Telemarketing betreiben, nur mittelmässige Qualität abliefern und dann durch monatliche Lizenzabgaben auch überteuerte Produkte verkaufen. Bei einem seriösen Anbieter von Firmenvideos bezahlen Sie nur einmal, und dann gehören Ihnen die Rechte an dem Film!

Weil sich die Vorstellung wie ein Firmenvideo auszusehen hat bei Anbietern und Kunden gleichen, werden wir überschwemmt mit weich gespültem und austauschbarem Schrott, welcher keinen Mehrwert für die Firma bietet und nur den Chef und vielleicht noch seine Frau, die auch mal modeln durfte, schmeichelt. Denn auch der Mitbewerber hat „beste Qualität“ und einen „guten Service“ und „motivierte Mitarbeiter“.

Wenn Sie also einen Imagefilm in Auftrag geben, dann sollten Sie auf diese Punkte achten:

Seien Sie anders, seien Sie kreativ. Nur so wird Ihr Video Beachtung finden und auch Sympathien wecken und nicht bloss das grosse Gähnen auslösen.

Erzählen Sie eine Geschichte. Wie ist Ihre Firma entstanden? Was macht die Kultur Ihrer Firma aus und wie ist diese Kultur entstanden? Arbeiten besondere Menschen bei Ihnen? Was macht Sie im Kern aus und anders? Der Mensch kann sich Geschichten gut merken, im Gegensatz zu dem standardisierten Marketinggesülze.

Bevorzugen Sie einen Dokumentarfilmer zu einem Imagefilmer. Denn der Imagefilmer ist oftmals in seiner Welt gefangen wie ein Firmenvideo daherkommen soll (es gibt sicherlich Ausnahmen – lassen Sie sich Referenzen zeigen), wobei der Dok-Filmer darauf geeicht ist, Geschichten zu erzählen und nicht zu verkaufen. Das kommt Ihnen zu Gute!

Sparen Sie nicht beim Budget. Sie können sparen, haben dann aber vielleicht einen Film, welcher Ihnen nur mittelmässig gefällt. Ein neuer zu machen ist Ihnen dann aber zu teuer, weil Sie ja bereits Geld ausgegeben haben. Geben Sie lieber von Anfang an etwas mehr aus, damit Sie den Film auch ein paar Jahre verwenden können ohne ein ungutes Gefühl. Filme machen ist teuer, deshalb ist es wichtig, sich gut zu überlegen, was Ihr Film beinhalten sollte.

Videos sind immer ein Mehrwert und ein Kundenservice

Ist der Nutzen beim Produktvideo und beim Tutorial-Film durch den Inhalt gegeben, so hat auch ein gut gemachtes Imagevideo einen Kundenservice vorzuweisen, nämlich einen gewissen Unterhaltungswert welcher die Kundenbindung stärkt. Bei einem standardisiertem Imagefilm dagegen, ist der Imagefilm klar der Verlierer im Vergleich zu den zwei anderen Genres.

Das grosse Plus bei Web-Videos ist, dass es sich um Pull-Information handelt, der Kunde entscheidet selber ob und wann er es sehen will und ist deshalb auch besonders motiviert es anzuschauen. Gerade das Tutorial bietet dem Kunden die Möglichkeit, rund um die Uhr an die gewünschte Information zu kommen. Es liefert die Lösung für ein bestimmtes Problem und eine Antwort auf eine mögliche Frage des Kunden.

Alleine durch das Anbieten von Tutorial-Videos können Sie beim Kunden punkten. Am besten gelingt dies natürlich, wenn Ihre Mitbewerber noch keine vergleichbaren Videos anbieten, dann kann dies den Kaufentscheid zu Ihren Gunsten sicherlich beeinflussen.

Tutorialvideos sollten kurz sein und eine Frage beantworten.

Bieten Sie ein komplexes Produkt an, sollten Sie die Tutorial-Videos in kurze Anleitungsfilme stückeln. Jeder Film sollte ein Problem oder eine mögliche Frage behandeln. Z.B. wie wird die Maschine aufgebaut? Wir wird ein Update vorgenommen? Wie wird sie in Betrieb genommen? usw. Diese Videos sind in der Regel zwischen einer und zwei Minuten lang. Verzichten Sie auf einen langen Vorspann, denn dieser nervt spätestens beim Schauen des zweiten Tutorials.

Tipps und Tricks für erfolgreiche Web-Videos

Wichtig ist die Videos richtig und gut anzuschreiben und auch eine Beschreibung (Description) mit möglichen Keywords hinzuzufügen. Fragen Sie sich, nach was der Kunde suchen könnte und geben sie die entsprechenden Keywords ein.

Bieten Sie Hiflestellungen. Fragen Sie Ihre Kunden welche Probleme Sie hatten und was für Sie hilfreich wäre und produzieren Sie entsprechende Videos.

Produzieren Sie also möglichst viele Videos, zu jeder Fragestellung eines, und optimieren Sie diese für die Suchmaschinen und YouTube damit die Videos auch gefunden werden. Richten Sie auf Ihrer Webseite eine Rubrik mit allen verfügbaren Videos und einen YouTube-Kanal ein. YouTube ist übrigens die zweitgrösste Suchmaschine der Welt!

Verbreiten Sie Ihr Video auf möglichst vielen Plattformen. Auch dies erhöht die Sichtbarkeit bei Google und hilft den Kunden, das gesuchte Video schnell und einfach zu finden.

Nutzen Sie weitere Verbreitungskanäle wie Vimeo, myvideo etc. denn YouTube hat zwar ca. 70 % Marktanteil, aber Sie sollten dennoch die anderen  nicht verschenken. Ausserdem bekommen Sie wertvolle Backlinks, welche sich positiv auf Ihre Suchmaschinenoptimierung (SEO) auswirken.

Sie interessieren sich für Videos als Marketinginstrument? Nehmen Sie mit mir Kontakt auf. Gerne entwickle ich Ideen und produziere Ihre Videos In-House. 

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